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4 April 2019, Europa, Deutschland | Corporate Finance | Neuigkeiten

Boutique- und Lifestylehotels boomen

„Früher war Reisen irgendwie einfacher“. Dieser Gedanke bzw. Seufzer mag manchem in seiner aktuellen Planung über die Lippen gehen. Zumal mittlerweile die Reise- bzw. Urlaubsplanung nur mittelbar auf die überregionale oder lokale Wahl des Standortes fokussiert ist. „Berge oder Meer“ wird zunehmend auch durch „Stadt“ oder „Event“ und „Reisemittelwahl“ ergänzt. Noch nie gab es eine solche Auswahlmöglichkeit auf der Suche nach Erholung, Bildung und Abenteuer oder am besten alles zusammen. 

Der Reise- und damit auch der sog. „Hospitality Markt“ boomen – und das global synchron. Auch Immobilieninvestoren sind mittlerweile ein fester Bestandteil in diesem Teilmarktsegment. Hotelinvestments finden sich in den letzten 5 Jahren bei der Analyse der globalen Transaktionenvolumina auf einem stabilen 4. Platz – nach Office, Residential und Retail.

Doch in diesem dynamischen Umfeld gibt es eines immer weniger: das Hotel als Investmentprodukt als solches. Zwar sind die Developmentpipelines sehr gut gefüllt, knapp 4535 Hotels sind in Europa aktuell im Bau bzw. in Planung, doch die zunehmende Marktsegmentierung schreitet voran. Eine sehr heterogene Angebotsstruktur im magischen Investmentdreieck zwischen Standort – Konzept – Betreiber hat sich entwickelt und etabliert.

Neben strukturellen Treibern wie Kapitalverfügbarkeit, Losgrößen oder Betreiberstrukturen hat sich als maßgeblicher Antrieb dieser Entwicklung die sog. „Erlebnisökonomie“ gezeigt:

  • Die Begegnung und das individuelle, authentische Erleben rücken immer stärker in den Mittelpunkt von Reisen und damit auch in die Geschäftsmodelle der Hotels. Dabei sind es vor allem Begegnungen mit anderen Gästen oder aber den „Locals“ vor Ort, die das Erlebnis entstehen und die Gäste zu „Experience Travellers“ werden lassen.
  • Die Wahl des Hotels, des Restaurants oder verschiedene Aktivitäten bilden dabei den Zugang sowie gleichzeitig die Teilnahme an einer Destination. Ein völlig neues Denken der Gäste und damit auch geänderte Ansprüche zeigen sich in der Planung und Vermarktung diverser Erlebnismöglichkeiten.
  • Touristische Zusatzleistungen müssen heute in jedem Konzept zu finden sein. Der gegenwärtige Gast wird auch als „Prosumer“ bezeichnet – ein Verbraucher, der hohe Ansprüche an ein bestimmtes Produkt stellt.
  • Hotels bemühen sich heute sehr um Begriffe wie Authentizität, Regionalität, Flexibilität, individuelles Design sowie den individuellen Wohlfühlfaktor.
  • Das geht einher mit der Schaffung von neuen Marken der Standardhotelketten, die in Form von sog. „Boutique“- und „Lifestyle-Hotels“ auftreten und vor allem ein junges Publikum anlocken sollen (aber auch ein gereifteres Publikum nimmt diese Angebote zunehmend an).

Na, erkennen Sie sich wieder?

Das Transaktionsvolumen in Europa lag im vergangenen Jahr bei rund 23 Milliarden Euro, wovon Großbritannien den größten Anteil mit insgesamt 7,68 Milliarden trägt. Tendenz steigend. Wir stellen bei unserer Analyse einen erhöhten Druck auf die urbanen Standorte fest, wodurch sich bereits ein Verdrängungswettbewerb in Gang gesetzt hat und vermehrt auch suburbane Gebiete in den Fokus der Kapitalgeber genommen werden.

 

 

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