Gehe zu Inhalt Gehe zu Hauptnavigation Gehe zu Sprachauswahl
14 Dezember 2018, Deutschland | Corporate Finance | Neuigkeiten

Weihnachtsmarktanalyse 2018

Wer glaubt noch ans Christkind? Ich denke viele! Zumindest haben sich vom Frühjahr bis Anfang Oktober Millionen Bundesbürger immer wieder Regen gewünscht. Und kaum, da der Wunsch endlich erhört wurde und der große Regen an beiden Adventswochenenden eingekehrt war, begann das Murren. Weniger des Regens wegen, der war in der Tat notwendig für Feld, Wald und Tanne. Nein, die wahren Dramen spielen sich in den vielzähligen privaten und institutionellen Weihnachtsmärkten zwischen Kiel und Garmisch, Görlitz und Aachen ab. Umsatzrückgänge wie im klassischen Shopping Center, nur diesmal waren eben Waffeln & Duftkerzen betroffen, Portfoliotransaktionen („drei Becher Glühwein zum Preis für zwei“) allerdings gestiegen. Foodcourts scheinen die negative Tendenz etwas aufgefangen zu haben.

Haben Sie gewusst, dass

  • 85 % der deutschen Weihnachtsmärkte lediglich an einem Wochenende im Advent stattfinden und für lokale Vereine den Jahreshauptumsatz für die Vereinskasse darstellen – in erster Linie für die Jugendarbeit? Und dass leider allein am Wochenende vom 8. auf den 9. Dezember rund 35 Mio. € weniger umgesetzt wurden zur Errettung der Vereinskassen, davon -275,50 € weniger Umsatz bei den Helikoptermüttern der E-Jugend im Fußballclub einer Taunusgemeinde (Vorjahresumsatz 625,40 €)? Das sind -44,05 % an zwei Tagen! (Dafür benötigte die Deutsche Bank-Aktie 310 Tage, Wirecard dagegen legte +44 % zu seit dem IPO Mitte August)
  • Emma–Anouks‘ (jetzt 13 Jahre) langjährig geschätztes vermeintliches Geigenspiel nicht dem Wetter, sondern vielmehr der Pubertät (Pickel und so) zum Opfer fiel? Scheint wohl endgültig vorbei zu sein. Wir sagen Danke und hoffen auf die Klarinettenkinder der AKS Kronberg im nächsten Jahr.
  • das Gute an diesem klimawandelträchtigen Verhalten freilich auch ist, dass dadurch weniger Kinder im Trubel verloren gingen: Lasse, Henry, Maximilian, Traugott, Max, Max, Alessa!, Leander, Finn, Anton, Georg, Tim-Julian, Elias, & Max der Fußball E-Jugend sahen sich immer unter Kontrolle der Mittelschicht-Heli-Eltern beim Waffelbacken im Regen. Lasertec im trockenen Entertainmentcenter wäre freilich noch cooler gewesen.
  • unsere Recherche ergeben hat, dass trotz des fortschreitenden Klimawandels sich die flüssigen Exoten nach und nach aus den Henkeltassen der Deutschen wieder zurückziehen – Remigration quasi. Der Globalisierungstrend internationaler In-Getränke „Apfel-Cidre-Sangria“, „Oreo-Frappé“, „Baked Apple Smoothie“, Caipirinha oder schlicht Cuba Libre erlebte augenscheinlich nur ein kurzzeitiges Hoch, welches keine Plateaubildung (neuer Lieblingsbegriff der Analysten, die nicht wissen, ob der Markt nächstes Jahr vielleicht doch nicht stark abkühlt) folgen ließ. 

Doch bei aller Zahlenjonglage: Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Weihnachtsmarktanalyse stehen von unserer Gesellschaft benachteiligte Wesen. Wesen, denen man ganz selten Beachtung schenkt; Wesen, die für den Mindestlohn kämpfen und auch unter ihrer hobbitartigen Körpergröße zu leiden haben. Die Rede ist von den Elfen! Machen wir uns nix vor: Ohne diese ausgelagerten und lohngedumpten Wesen, gerne als Logistikdienstleister („Picker“) tituliert, gäbe es keine Weihnachtsgeschenke. Und eine ganze (Immobilien)Branche („Sehen Sie jetzt noch Einstiegsmöglichkeiten in den Markt?“) würde leiden!

Trotz Boom an den Weihnachtsständen bzw. resi-Märkten, die Prognose für den „homo urbanensis“ auf die nächsten Jahre fällt eher nüchtern aus. Sagt schon Hollywood bzw. Netflix: „How I met your Elf “, „Big Bang Elforie“ – dort wird uns schon als Sitcom vorgelebt, dass auch erwachsene Elfen mit laufendem Einkommen sich in naher Zukunft an zentralen, urbanen Orten kaum noch Wohnraum allein leisten können. Und in WGs („Co-micro living“) leben müssen/dürfen?

Analytischer Höhepunkt in diesem Jahr ist sicherlich wieder das ultimative Top 10 Weihnachtsmarktranking – analytisch nach quantitativ-subjektiven Kriterien erstellt – „…and the winner is…“? Lassen Sie sich überraschen. Steht der Siegerstandort doch in eklatantem Missverhältnis zur Tanne auf besagtem Weihnachtsmarkt – Stichwort #rupfi. Das nennen wir mal disruptiv! Übrigens: Googelt man PropTech & Weihnachtsgeld bekommt man keine Treffer!

Catella Research wünscht Ihnen zwei schöne, regenfreie Wochen auf den Weihnachtsmärkten Ihrer Region, ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch nach 2019, mindestens 2 Wochen E-Mail-Askese und Social Media Detox und ein Abo im Fitnessstudio. Beseelt von den – diesmal aber wirklich einzuhaltenden – Vorsätzen im täglichen Wettkampf mit den anderen „slim people“ im Büro oder auf Arbeit. Eine richtig teure Fitnessuhr oder ein Ultramarathon, z. B. in Badwater im Death Valley, tun‘s freilich auch. 

 

Download Weihnachtsmarkt-Analyse 2018